Eine Legende aus der späten Sengoku-Zeit · um 1570
Man erzählt sich, dass in den letzten Jahrzehnten
der Sengoku-Zeit ein Krieger namens
Kazuki lebte.
Er war der Sohn eines legendären Samurai,
der sein Leben lang dem mächtigen Daimyō
Lord Takemori Akagawa
gedient hatte.
Kazukis Vater galt als Sinnbild für Loyalität,
Disziplin und Ehre. Als er friedlich im hohen
Alter starb, hinterließ er seinem Sohn keine
Reichtümer.
Nur sein Schwert.
Und einen einzigen Satz.
„Ein Krieger wird nicht durch seinen Namen geehrt.
Sein Name wird durch seine Taten geehrt.“
Jahre später trat Kazuki selbst in den Dienst
des Akagawa-Clans.
Schon bald sprach man in den Provinzen von einem
jungen Samurai, dessen Geschwindigkeit kaum mit
dem Auge zu verfolgen war.
Seine Gegner behaupteten, zwischen dem Ziehen
seiner Klinge und ihrem Fall habe kaum mehr als
ein Wimpernschlag gelegen.
Kazuki wurde zu einem der gefürchtetsten und
zugleich angesehensten Samurai seiner Zeit.
Doch je größer sein Ruhm wurde, desto größer
wurden auch Neid und Angst innerhalb des Clans.
Eines Nachts wurden geheime Befehle des Daimyō
gestohlen.
Wenige Tage später gerieten mehrere Truppen
des Akagawa-Clans in einen perfekt vorbereiteten
Hinterhalt.
Sämtliche Spuren deuteten auf Kazuki.
Verrat.
Obwohl er seine Unschuld beteuerte,
wurde ihm sein Rang genommen.
Sein Familienwappen wurde aus den Chroniken
des Clans entfernt und Kazuki aus den Ländern
Akagawas verbannt.
Aus dem Samurai wurde ein
Rōnin.
Kazuki hätte fliehen können.
Stattdessen schwor er, den wahren Verräter
zu finden.
Nicht um seinen Rang zurückzubekommen,
sondern um zu beweisen, dass die Loyalität
seines Vaters und seiner Familie niemals
gebrochen worden war.
Jahrelang zog er allein durch das vom Krieg
zerrissene Japan.
Er kämpfte gegen Söldner, korrupte Samurai
und Männer, die ganze Dörfer unter ihre
Kontrolle gebracht hatten.
Er überlebte Schlachten, aus denen andere
Armeen nicht zurückkehrten.
Der Legende nach verlor Kazuki in all den
Jahren kein einziges Duell.
Bis zu jener Nacht, die seinen Namen
für immer verändern sollte.
Ein Dorf am Fuß eines Berges wurde von den
Männern eines grausamen Kriegsherrn umzingelt.
Kazuki stellte sich ihnen entgegen.
Er kämpfte, bis seine Hände bluteten.
Bis sein Atem schwer wurde.
Bis seine Beine ihn kaum noch tragen konnten.
Zum ersten Mal in seinem Leben wusste Kazuki,
dass er diesen Kampf nicht gewinnen konnte.
Als er auf ein Knie sank und die gegnerischen
Krieger auf ihn zustürmten, wurde die Welt
plötzlich still.
Aus dem Rauch hinter Kazuki trat eine Gestalt.
Ein Rōnin.
Schwarze Kleidung.
Eine gezogene Klinge.
Und auf seinem Gesicht eine
rote Tengu-Maske.
Niemand hörte ihn sprechen.
Niemand sah ihn angreifen.
Wer in diesem Moment auch nur einmal blinzelte,
verpasste den gesamten Kampf.
Sekunden später standen keine Feinde mehr.
Nur Kazuki.
Und dichter roter Rauch.
Der maskierte Krieger war verschwunden.
Die Bewohner des Dorfes liefen zu Kazuki
und feierten ihn als ihren Retter.
Doch Kazuki widersprach ihnen immer wieder.
„Ich war es nicht.“
Niemand glaubte ihm.
Bis ein alter Mann aus dem Dorf vortrat.
Er behauptete, während des Kampfes niemals
einen zweiten Krieger gesehen zu haben.
Er habe nur Kazuki gesehen.
Kazuki – umgeben von einer tiefroten Aura.
Für einen kurzen Augenblick habe sich über
seinem Gesicht die Gestalt einer
Tengu-Maske abgezeichnet.
Der alte Mann sah Kazuki lange an und sagte:
„Der Krieger, den du gesehen hast,
kam nicht, um dich zu retten.
Er ist erwacht.“
Seit diesem Tag erzählten die Menschen von
einem Geist, der in Kazuki schlummerte.
Ein Wesen, das nur erschien,
wenn Kazukis Wille stärker war als sein Körper.
Seit jener Nacht
Ronin Kazuki
Mit der Zeit wurde aus Kazuki mehr
als ein Rōnin.
Er wurde eine Legende.
Von der Legende zur Identität
Die Geschichte von Ronin Kazuki bildet
einen Teil der Identität hinter
Tengu Mask Interactive.
Der Rōnin steht für Freiheit.
Der Samurai für Disziplin.
Die Tengu-Maske für die Kraft,
über die eigenen Grenzen hinauszugehen.
Unterschiedliche Ideen.
Unterschiedliche Welten.
Ein gemeinsamer Geist.